Mar 22, 2015

Raum Schiff Erde bei T +4 Wochen



Wir schreiben das Jahr 2015. Es sind genau 4 Wochen vergangen seit dem wir das Raum Schiff Erde verlassen haben. Der Trip war erneut sehr anregend und wieder ganz besonders – sowohl vor, als auch hinter den Kulissen. Eine angemessene Zusammenfassung kann es bei der Vielzahl der Eindrücke nicht geben. Dennoch will ich versuchen einige Aspekte zu beleuchten.

Das RSE15 war ein Kongress für digitale Philosophie, Interaktionsdesign und Netzkultur. Wir wissen auch nicht so genau was das heißt – es klingt aber gut und am Ende des Universums dürfte das eh egal sein. Wirft man einen Blick auf das Programm kann man sagen, dass wir unserem Anspruch gerecht geworden sind. Es war gut und es hat allen Astronauten Spass gemacht.

Wer sich selbst davon überzeugen möchte, der kann in der Raumschiff-Mediathek die Folien nachlesen oder die Vorträge als Podcasts anhören. // RSE15 im uxHH Radio // Neben Daniel am Kaffeeapparat ist uns auch Helge am Photoapparat seit dem ersten RSE10 treu geblieben. Seine Bilder wirken nach, auch wenn er sagte, „bitte nie wieder so ein black dungeon!“ – Damit meinte er wohl das wunderbare Ambiente des Nochtspeicher auf St.Pauli. Ich liebe den roten Backstein und das alte Gebälk.

Es gleicht einem Wunder, dass das Gemäuer sich nicht in seine Atome zerlegte, als wir für das Raumschiff dort einen neuen ständigen Knoten des Hamburger freifunk-Netzes eingebaut haben; also die Freifunker haben gebaut und wir Raumfahrer haben organisiert. Denkt also bitte bei allen zukünftigen Tweets und Instagrammen aus dem Nochtspeicher an das Raum Schiff Erde mit all den digitalen Spuren rund um #RSE15.

Wir waren 107 Astronauten. Das ist weniger, als wir gehofft und erwartet haben, da die NoShow-Quote bei den reservierten Tickets doch bedenklich hoch war. Lesson learned. Dennoch ist es schade, dass durch die Unhöflichkeit vieler Nichtteilnehmer so eine ehrenamtlich organisierte Veranstaltung in Schieflage geraten kann.

Zum versönlichen Ausklang gab (und gibt es jetzt) das Live-Konzert von Lunartree.

Alle zusammen sagen wir Danke für das RSE15. Es war uns eine Ehre und Freude.

Mar 8, 2015

Free Your Data

Free Your Data!

Free Your Data! is an initiative by protonet. The aim is to change the European legislation in a way that everybody can access her personal data that is typically stored behind the corporate firewalls – live and in a machine readable format.
You can support this quest at bit.ly/video-bomb
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Disclaimer – I am a crowd investor in protonet

Feb 20, 2015

Bei jedem Lichtblitz…

 via @Astro_Alex

Im Spiegel gab es ein Interview mit den deutschen Astronauten Thomas Reiter und Alexander Gerst, aus dem ich hier 3 Absätze zitieren will:
SPIEGEL: Neben Fitnesstraining und wissenschaftlichen Experimenten finden Astronauten immer auch Zeit, ihren Heimatplaneten zu bestaunen und zu fotografieren. Herr Gerst, Ihr Weltallbild vom Gaza-Konflikt haben Sie ,,Mein traurigstes Foto“ genannt. Was genau ist darauf zu erkennen? 
Gerst: Vom Orbit aus konnte ich sehen, wie Raketen flogen und Bomben explodierten. Mir war klar: Mit jedem Lichtblitz sterben dort unten Menschen. Dabei kam mir ein verstörender Gedanke: Wenn irgendwann einmal außerirdische Besucher unseren Planeten ansteuern würden, dann wäre das Erste, was sie von der menschlichen Zivilisation mitbekämen, dass wir uns gegenseitig bekriegen. Sie müssten uns für primitive Barbaren halten, die noch dazu ihren eigenen Lebensraum zerstören. Wie sollten wir ihnen das erklären? Wir haben uns leider daran gewöhnt, Kriege normal zu finden, weil es immer irgendwo auf der Welt welche gibt. Von außen betrachtet erscheint das jedoch überhaupt nicht normal. 
SPIEGEL: Herr Reiter, Sie hatten ähnliche Erlebnisse
Reiter: Leider, bereits während meiner Mir-Mission waren aus dem Orbit Zeichen des Krieges zu erkennen. Es war Mitte der Neunzigerjahre, kurz vor Ende der Balkankriege. Nachts flogen wir über Europa hınweg. Fast überall waren die Städte hell erleuchtet. Nur im ehemaligen Jugoslawien klaffte ein pechschwarzes Loch. Wegen des Krieges waren dort buchstäblich die Lichter aus gegangen. [Der Spiegel 7/2015, S.108]
Im Artikel war auch ein Video verlinkt, in dem spektakuläre Zeitraffer vom Flug der ISS zu sehen sind. Ich weiß nur nicht, warum Echtzeit nicht ausreichen mag. In dieser Beziehung hat Stanley Kubrick für 2001 ein sehr gutes Gespür bewiesen, ohne dass es damals schon qualitativ hochwertige Fotos unserer Blauen Murmel gegeben hätte.

à propos

Feb 4, 2015

RSE15 am 22.2. in Hamburg

Raum Schiff Erde am 22.2.2013 in Hamburg

Als wir vor 5 Jahren mit dem Raum Schiff Erde begonnen hatten, war den Crew-Mitgliedern noch nicht so ganz klar, was wir da eigentlich anstellten… Dem Publikum auch nicht, denn in einer wunderbaren Blog-Kritik stand:
Die Überschrift hört sich ein bisschen an, wie die Sci-Fi Version von Stadt-Land-Fluß, ist aber was ganz anderes. Etwas abgedreht und dem Sci-Fi näher, als das klassiche Rythmusvorbild…
Danke. Passt. Inzwischen ist das RSE ein Kongress für Digitale Philosophie, Interaktionsdesign und Netzkultur, das sich an Freidenker, Medienkünstler, Interaktionsdesigner, Idealisten und Weltverbesserer richtet. Es ist eine inszenierte Unkonferenz mit verdichteten Franzbrötchen, über dessen Conference Experience ich schon beim UX Camp Hamburg [MMP 2012] und im MCI-Colloquium der Uni Hamburg [MMP 2013] gesprochen habe. Auch zum RSE15 wollen wir uns wieder ein Programm zusammen stellen, an dem alle Teilnehmer nachhaltig Freude haben werden. Hier noch ein paar Teaser-Folien.

Don’t Panic! – es gibt noch ein paar Tickets für das RSE15 in Hamburg zu sagenhaften 15€.
PS: Ich finde es wunderbar, dass wir nicht in 42 Sekunden ausgebucht waren. So hat Word-of-Mouth gute Chancen die Richtigen zu erreichen.

Oct 29, 2014

Follow my Heart

Ungrateful Heart by Francesco-Fusco
My heart belongs to me.
My heart does not belong to all the social media platforms where I can like and fav all the micro media snippets. Why the heck is it so unbelievable complicated to review and retrieve the stuff that I liked? Privacy is a valid point. But it is me. I want to be in control what happens with my clicks. They belong to me, and therefore all the moments when something appealed to me for whatever reason.
Each platform offers a different mechanism to return my favs. Some offer RSS feeds! Some do, but you have to hunt for the feed in view-source. Some offer APInterfaces with or without authentication to access the data. For some pages it is possible to scrape the data with an XPath claw. For others I haven’t figured out yet how to get to the cœur.
Once retrieved and reassembled together, the resulting pages with favs from various platform reveal surprises and beauty that was otherwise hidden between the silos of lost hearts.  (I am sorry. I am carried away – listening the third time Keith Jarrett Trio's Blue Note concert – "I fall in love too easily / The fire within" from 1994)

This is what I get by pulling together the various sources and displaying them in a comprehensive way. The juxtapositions are not intended at all. But at the same time they are not totally random.


please enjoy

Oct 16, 2014

Info-Billard um Halbzehn

[video]

Bei meinem ersten Trip in die USA, ich glaube der Anlass war eine WWDC von Apple, hat mich diese Installation vor dem Tech Museum in San Jose fasziniert.
Heute kam sie mir wieder in den Sinn als Metapher meiner Informationsklempnerei.
Konkretes Beispiel:
  1. Das HIForum verschickt Newsletter.
  2. Mein Mail-Programm ist so konfiguriert, dass die Mails an einen Blog weiter geschickt werden.
  3. Von dort geht es per twitterfeed nach Twitter @hiforum
  4. Außerdem werden die mit 'ux' getaggten Artikel von Y!Pipes aufgelesen.
  5. Feedburner macht daraus einen Feed und liefert ein Script, das den Feed auf Blogs im Fluss anzeigt.
  6. Hier lauert wieder ein twitterfeed, der das nach Twitter @uxhh verbreitet.
  7. Die Pipe für Blogs im Fluss speist auch eine weitere Pipe für das UX Logbuch.
  8. Per feedburner sieht man das auf der Seite UX Logbuch.
  9. Und – wer hätte es vermutet? – das UX Logbuch twittert auch.
So, klingt komplex, ist aber nur kompliziert; oder folgerichtig, wenn man weiß, was man da tut. In San Jose lagen übrigens immer ein paar Billardkugeln neben der Bahn. Ich habe mich gefragt, ob die Installation auch mal aus Mangel an Kugeln im Spiel zum Stehen kommt.

Oct 9, 2014

Future Of Text Symposium /Call for Sponsors

The Future of Text Symposium is going to happen again in London on Nov 6, 2014. I was lucky to attend, and I guess I won’t miss FoT14 this year. Frode Hegland has again invited a superbe crowd to share and discuss insights on text and literature and culture. A few impressions from last year_




Browse my photo set on FoT13 and follow the links to watch the videos.

This is also a call for sponsors. If you consider to support The Future of Text Symposium IV – like uber and starbucks already do – please get in touch with Frode or myself.

Sep 26, 2014

4 basic principles for communities

Esther Dyson writes in "Release 2.1, page 49":
Here are a few basic principles for communities, based on my own experience both on- and offline:
  • Each participant should be clear about what he is giving and what he hopes to get. Overall, those desires should mesh, although they may well be different for each individual. 
  • There should be a way of determining who is in the community and who is outside it. Otherwise the community is meaningless. 
  • Community members should feel that they have invested in the community, and that therefore it is tough for them to leave. The ultimate punishment in a strong community is banishment, expulsion, excommunication, excile. … All those words signify the terror of being cast out of the community.
  • The community’s rules should be clear, and there should be recourse if they are broken.
Communities fail when these principles are not observed: for example [the] dance club where people are screened in or out by the bouncer may or may not be a valid community, depending on how well the bouncer knows the crowd and whether they know one another. On the other hand, a good bartender can create a wonderful community, as illustrated […] by Rick in the movie Casablanca.

Sep 12, 2014

watercolor serendipity

Me, exploring a new watercolor app for iPad. Wondering about the confusing icon of a whale with an umbrella. It doesn't resonate with me because it does not look like a watercolor image at all. But it turns out that this is meant to be a metaphor for a watercolor artist's toolbox.
Then serendipity strikes. While I was looking for colorful sample photos to be converted with the app, I took a photo from the TV screen – voilá – Juliette Binoche's painting tin box at Les Amants du Pont-Neuf done with Waterlogue.

Sep 10, 2014

Résumé zum Scoopcamp 2014

Gastgeber Meinolf Ellers (dpa-infocom)
Wenn ich so an das Scoopcamp 2014 zurück denke, muss ich eher kritisch werden. Es gab 3 gute US-Referenten – Burt Herman (storify), Jigar Mehta, Ken Schwenke (NYTimes) – die zur deutschen Journallie gepredigt haben. Das Internet WIRD die Szene grundlegend verändern und es sei JETZT der richtige Zeitpunkt sich damit zu beschäftigen. Hmm. Büschen spät, oder? Innovation geht anders. Immerhin benannte Burt Herman 5 Bereiche, die für die Zukunft des Journalismus entscheidende Bedeutung haben werden:

  1. open source - open sourcing journalism
  2. social media - telling stories by&for small communities
  3. data - find the stories in the vast amount of data
  4. personalization - local news, and news personalized for 1 individual person
  5. new devices - responsive thinking is just an intermediate step. when & where does someone need the info?

Die Stimmung im Kehrwieder-Theater und das Ambiente der Hafencity waren supèrbe, wie auch die Gespräche am Rande der Veranstaltung.

Am Nachmittag war ich im Workshop zu "Bewegtbild und Second Screen”. Aus TV-Sicht ist das der Versuch das Smartphone oder Tablet mit Sekundär-Infos zu bespielen. Das ging an meinen Erwartungen und wohl auch an der Realität vorbei; denn das Tablet in der Hand ist heute eher das Primary Device, und wenn da dann noch eine App des TV-Senders läuft, greife ich zum zweiten mobile Device für den Third Screen.

Ich habe fleißig auf meinem Primary Screen gezwitschert, denn ich fühle mich bei solch Veranstaltungen immer provoziert Querverweise auf andere Talks oder Artikel zu bringen. Aber schaut selbst_

Robot Journalism by Pierre Jaquet-Droz /via
Als Informatiker habe ich mich auch über den Begriff “Roboter-Journalismus” mokiert. Da ist kein Roboter mit Servo-Armen am Werk! Es ist reine Software, Algorithmen, Heuristiken, und etwas Künstliche Intelligenz. Ich weiß nicht, was die “Roboter”-Metapher an dieser Stelle soll.

Das Scoopcamp scheint inzwischen für technisch aufgeschlossene Journalisten ein kleiner aber feiner Pflichttermin zu sein. Das ist gut und wichtig. Ein Camp im Sinne von Barcamp ist es aber nicht. Ein Camp im Sinne von unkompliziertem Meinungsaustausch hingegen schon.